Selbstverständnis von Münster for Liberation

Zuletzt aktualisiert: 25.07.2020

Werte

Wir verstehen uns als eine emanzipatorische Tierrechts- und Tierbefreiungsgruppe (eigenständige Gruppierung) aus Münster, die sich für die Befreiung von menschlichen und nichtmenschlichen Tieren einsetzt. Wir unterstützen alle anderen Befreiungskämpfe und Gruppen, die unsere Werte teilen. Wir dulden kein anti-emanzipatorisches bzw. diskriminierendes Gedankengut, wie bspw. Rassismus, Sexismus, Antifeminismus, Speziesismus, Transphobie, Homophobie und jegliche anderen Formen der Diskriminierung. Wir stehen für Diversität statt Personenkult.

Veganismus richtet sich nicht nur gegen die Ausbeutung von nicht-menschlichen Tieren, sondern auch gegen jegliche andere Art von Ausbeutung. Veganismus ist nicht nur eine Ernährungsweise, sondern auch eine Weltanschauung, welche den Zusammenhang von tierlicher und menschlicher Befreiung deutlich hervorhebt. In seiner Ablehnung des Speziesismus betont der Veganismus die Willkürlichkeit der Grenzziehung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren und die damit gerechtfertigte Gewalt.

Ein gewaltfreier und inklusiver Ansatz ist der einzige Weg, unsere Ziele zu erreichen. Ein inklusiver Ansatz bedeutet immer, Intoleranz nicht zu tolerieren. Alles andere reproduziert nur die Strukturen eines fehlerhaften Systems, welche die Voraussetzung für die Diskriminierung an nicht-menschlichen und menschlichen Tieren sind. Durch das Tolerieren von intoleranten Ansichten würden wir unseren sicheren Raum gefährden, den wir für unsere Aktivist*innen schaffen möchten.

Als sicherer Raum ist die Atmosphäre innerhalb der Gruppe gemeint, in der sich die Aktivist*innen wohlfühlen und frei entfalten können. Keine Person soll befürchten müssen, aufgrund von Hautfarbe, sexueller Orientierung, Geschlecht usw. von anderen Mitgliedern und deren Weltbild diskriminiert zu werden.

Ziele

Unser Ziel ist eine vegane, tierleidfreie Welt durch die Aufklärung der Passant*innen zu erreichen.

Systemkritik

Wir sehen einige Gedankengänge des Antikapitalismus als logische Schlussfolgerung zur Bewältigung der großen Probleme der Menschheit (Klimakrise, Artensterben, Ausbeutung). Wir sehen den Kapitalismus u.A. auch als Auslöser dieser Probleme. Wir erkennen aber auch an, dass wir momentan selbst noch Teil des toxischen, kapitalistischen Systems sind.

Plenum

Wir treffen uns an jedem zweiten Sonntag im geraden Monat online oder vor Ort um 18:00 Uhr, um gemeinsam über Organisatorisches und anstehende Aktionen zu diskutieren und beraten. Entscheidungen werden im Konsensverfahren getroffen.

Aktionsformen

Alle Aktionen, die von Münster for Liberation selbst durchgeführt oder unterstützt werden, bewegen sich ausschließlich im legalen Rahmen. Wir haben ein deeskalierendes Auftreten. Zur Teilnahme sind keine Vorkenntnisse nötig. Unser Fokus liegt auf der Aktionsform “Circle of Liberation”, dies sind Gespräche mit Passant*innen (auch Outreach genannt), bei denen auf Laptops, Tablets oder TVs Videos aus der Tierindustrie gezeigt werden. Wir sind aber auch für andere kreative und gewaltfreie Aktionen offen: Filmvorführungen, Mahnwachen, Demos, Info-Stände, Verköstigungen.

„Circle of Liberation“

Der “Circle of Liberation” ist eine friedliche, stationäre Demonstration. Diese Demonstration funktioniert nach einer strukturierten Art und Weise, die Neugier und Interesse der Öffentlichkeit weckt; wir versuchen die Zuschauer*innen durch die Kombination von Videos der lokalen Tierindustrie und auf moralischen Grundsätzen basierenden Speak-Outs und Gesprächen über den Veganismus zu informieren und evtl. sogar zu einer veganen Lebensweise zu führen.

Anonymous for the Voiceless (AV)

Aufgrund diverser Kritik an „Anonymous for the Voiceless” (AV) wurde die Gruppe „Münster for Liberation“ (MFL) im Juli 2018 gegründet, um eine Alternative zu AV zu schaffen und den effektiven Straßenaktivismus beizubehalten, aber auch, um sich klar von AV zu distanzieren. Neben Intransparenz bzgl. Spenden/Merchandise-Geldern, starren Hierarchien und „Hauptsache für die Tiere“-Gesinnung, lässt auch eine vorhandene rechtsoffene Mentalität mögliche Diskriminierungen überall und in jeder Ortsgruppe zu.

Hier in Münster wurden im Jahr 2018 die Auswirkungen einer Rechtsoffenheit der Organisation besonders deutlich. Zwei Organisatoren der AV-Ortsgruppe in Münster, die sich klar antifeministisch und transphob äußerten (und immer noch tun), wurden weiterhin in der Organisation geduldet, obwohl anderen Organisator*innen Kenntnis über diese Äußerungen hatten.

Eine inklusive Bewegung bedeutet NICHT, dass alle Meinungen und Ansichten akzeptiert werden. Der Ansicht, wie sie George Martin (Organisator AV-London) und Paul Bashir (Gründer AV; Head of AV) in diesem Video erklären widersprechen wir deutlich. Diskriminierungen zu akzeptieren ist exklusiv, denn es werden Minderheiten angegriffen, die sich dann verständlicherweise nicht sicher fühlen und aufgrund dessen die Bewegung verlassen. Das ist kein inklusiver Ansatz und es ist alles andere als heuchlerisch, Intoleranz mit Intoleranz zu begegnen!

Dies steht im krassen Widerspruch zu den o.g. Werten von Münster for Liberation, weswegen wir eine Zusammenarbeit mit der Organisation AV und ihren Aktivist*innen ausschließen. Wir distanzieren uns von AV und lehnen personelle Überschneidungen zu AV ab, was bedeutet, dass wir in unserer Gruppe keine Personen dulden, die parallel an Demonstrationen von AV teilnehmen, auch wenn einzelne AVMitglieder unsere Werte teilen.

Holocaust-, Rape-, Slavery-Vergleiche

Wir versuchen Holocaust-, Rape-, Slavery-Vergleiche in Gesprächen mit Passant*innen und auf Social Media zu vermeiden. Wir achten auf unsere Sprache und Ausdrucksweise, um Menschen die selbst Opfer waren oder sich durch Begriffe getriggert zu fühlen, nicht zu verletzen.